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  • AutorenbildLuca Kielhauser

Österreichs Fußball auf dem Weg zu internationalen Titeln

Aktualisiert: 1. Mai 2022


Abb. 1

Ich weiß, aufgrund ihres auf den ersten Blick realitätsfremd wirkenden Erscheinens, triggert die Headline den ein oder anderen Fußballinteressierten etwas. Böse Zungen werden mir möglicherweise die Ahnung von Fußball absprechen, aber ja – ich sehe einigermaßen gute Chancen, dass es in den kommenden 10 bis 15 Jahren den ersten großen internationalen Titel für einen österreichischen Verein geben wird. Lasst mich meine These erklären…

Zu Beginn sollten wir uns ein Bild über die Entwicklung und den Status quo der Bundesliga im europäischen Vergleich machen. Das gelingt am besten mit einem Blick auf die UEFA-Fünfjahreswertung.


Erklärung Fünfjahreswertung

Jedes Unentschieden und jeder Sieg eines Vereins bei internationalen Pflichtspielen wird von der UEFA bepunktet. Am Ende einer Saison werden alle diese erreichten Punkte aller Vereine eines Landes zusammengezählt. Wie der Name schon sagt, gilt die Gesamtpunktezahl eines Landes innerhalb der letzten fünf Spielzeiten. Desto mehr Zähler man im Verhältnis zu anderen Ländern sammelt, desto weiter steigt man in der Wertung auf. Nach der Platzierung der Fünfjahreswertung werden wiederum die internationalen Startplätze (in der Champions-, Europa- und Conference League) ermittelt. Also: mehr Punkte – mehrere Teams eines Landes international vertreten.


Entwicklung in der Fünfjahreswertung


Abb. 2

Zur Jahrtausendwende belegte Österreich Rang 14 – punktemäßig näher am 15. als am 13. Platz. Zur Erinnerung: Das war damals die große Zeit des SK Sturm Graz. Das „magische Dreieck“ – bestehend aus Haas, Vastic und Reinmayer – verzauberte unter der Leitung des Jahrhunderttrainers Ivica Osim im damals neu errichteten Liebenauer „Schwarzenegger-Stadion“ das Grazer Fußball-Publikum. Mit Real Madrid, Manchester United und Galatasaray Istanbul standen Heimspiele in der Champions League gegen die größten Namen Europas quasi an der Tagesordnung. Sturm Graz gelang es seinerzeit sogar als Gruppensieger in der Königsklasse, in die zweite Gruppenphase (vergleichbar mit dem heutigen Achtelfinale) aufzusteigen und war somit der größte Punktelieferant in der Fünfjahreswertung für Österreich. Auf YouTube gibt es eine hervorragende Dokumentation zu dieser erfolgreichen Ära, die ich herzlichst weiterempfehlen kann. >>Klick here<<


Den zwischenzeitlichen Tiefpunkt erlebte die Bundesliga im Jahr 2006, als man sogar auf Rang 22 in Europa zurückfiel und bei Ländern wie Rumänien, Tschechien, Bulgarien und Serbien maximal im Rückspiegel Aufmerksamkeit erweckte. Ab 2007 ging es dann wieder in kleinen Schritten bergauf – wenn auch mit Rückschlägen. Auch dank Red Bull Salzburg kam Österreich anschließend in eine Aufwärtsspirale. Den eingefleischten Fußballfans ist höchstwahrscheinlich noch das Traumtor von Jonathan Soriano aus rund 45 Metern 2014 bei Ajax Amsterdam in Erinnerung, mit Sicherheit aber Salzburgs Erreichen des Europa League Halbfinales nach den Triumphen über Borussia Dortmund und Lazio Rom in der Saison 2017/18. Seit den anschließenden internationalen Achtungserfolgen des LASKs (Kantersiege über u.a. Sporting Lissabon und PSV Eindhoven) und des WACs (Siege über Mönchengladbach, Feyenoord Rotterdam und Unentschieden gegen AS Roma) bewegt sich die österreichische Bundesliga nun im internationalem Vergleich auf ganz hohem Niveau. Auf Rang acht ist man quasi einzementiert. Die Gefahr auf den neunten Platz abzurutschen (aktuell belegt von Schottland), ist zumindest heuer keinesfalls mehr gegeben – wenn überhaupt erst kommende Saison. Der Rückstand auf den von den Niederlanden belegten siebenten Rang ist zwar viel zu groß und wird sich vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht wesentlich verringern, dennoch muss man bedenken, dass Österreich nur noch zwei Nationen von den glorreichen Top-5-Ligen trennen: Niederlande und Portugal.

Chancen wurden genutzt


Ein Grund für diese herausragende Entwicklung ist das Prinzip der Fünfjahreswertung, welches sich die Österreichischen Teams zu Nutze gemacht haben: Mehr gewonnene Spiele bewirken eine bessere Platzierung, welche für das Folgejahr mehr internationale Startplätze zur Folge hat, was wiederrum mehr Chancen auf Punktegewinne bringt. Die Basis dafür legte Salzburg mit dem überraschend guten Abschneiden in der Europa League vor vier Jahren. Dieses bescherte Österreich in der Wertung ein Rekordjahr und spülte so viele Punkte auf das rot-weiß-rote Punktekonto, dass auch Vereine wie der LASK und der WAC die Möglichkeit bekamen, sich international zu beweisen – und das taten sie eindrucksvoll. Man kam durch diese eine außergewöhnlich gute Saison also in eine richtige Aufwärtsspirale.


Eine glorreiche Vergangenheit


In der Fußballberichterstattung möchte man sich aus nachvollziehbaren Gründen bei langfristigen Prognosen und Spekulationen nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Ich finde es aber irgendwie interessant, dass das international außergewöhnlich gute Abschneiden heimischer Vereine in den Medien relativ wenig Platz für größere Gedankenspielchen findet und nur selten ins Bewusstsein der Fußballinteressierten gebracht wird. Dass mit Rapid Wien, Austria Wien und Austria Salzburg Bundesligisten gleich mehrmals hauchdünn an einer europäischen Trophäe vorbeigeschrammt sind, gelangt langsam aber doch etwas in Vergessenheit. Der letzte ganz große internationale Wurf eines Österreichischen Teams war der Einzug der Hütteldorfer ins Finale des Europapokals der Pokalsieger 1996 (wurde knapp mit 0:1 gegen Paris St. German in Brüssel verloren). Man also durchaus schon einmal auf diesem Niveau. Durch die aktuelle Ausgangsposition sehe ich nun wieder ernsthaft berechtigte Hoffnungen auf einen internationalen Titel für Österreichs Klubfußball in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten.


 

Was denkt ihr über diese Gedankengänge? Stimmt ihr mir zu oder meint ihr, dass das ein ziemlicher Quatsch ist? Ich würden mich sehr über eine angeregte aber dennoch respektvolle Diskussion in der Kommentarsektion freuen!


Dieser Blogartikel ist der erste eines Dreierpacks, in dem ich mich mit den Chancen des Österreichischen Fußballs auf internationalem Boden beschäftige. Nächste Woche werde ich erklären, warum ich denke, dass Salzburg die Champions League gewinnen wird. Ihr dürft also durchaus auf den nächsten Blogeintrag gespannt sein. ;)


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