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  • AutorenbildLuca Kielhauser

That's me - Luca Kielhauser


Mein Name ist Luca Kielhauser, ich wurde am 8. Juli 2003 im steirischen Feldbach geboren und bin im ländlichen Laßnitzhöhe aufgewachsen. Seither hat sich bei mir extrem viel verändert: Ein Umzug in eine Kleinstadt und vor allem der in dieser Form nicht absehbare Wandel von einem körperlich stark eingeschränkten Kind, hin zum teilweise wirklich selbstständigen jungen Mann mit einer unbändigen Motivation, seine Ziele auch zu erreichen.

 

Ich habe bereits sehr viel Veränderung erlebt. Eine Sache zieht sich jedoch seit dem frühen Volksschulalter wie ein roter Faden durch mein Leben: die Begeisterung für den Sport und Sportveranstaltungen. Vor allem der Fußball hat es mir schon sehr früh angetan – aufgrund meiner Behinderung jedoch auf eine etwas andere Weise, als für die meisten Kinder. Was die Faszination für den Fußball ausgelöst hat? Ich habe überhaupt keine Ahnung. Jedenfalls hatte ich immer schon eine unvergleichbare Freude daran, anderen beim Kicken zuzuschauen – egal ob den Profis im Fernsehen oder einfach meinem Bruder und seinen Freunden im Garten.

 


Eine wegweisende Entscheidung in Kindestagen

Überraschenderweise noch gut in Erinnerung habe ich einen Gedankengang, der mich als sechsjähriges Kind beschäftigt hat. Dieser wäre: „Wenn ich schon nicht Fußballspielen kann – was kann ich später einmal im direkten Zusammenhang mit dieser Sportart beruflich machen?“ Meine Antwort lautete: „Fußballkommentator werden!“ Warum ich mir damals diese relativ konkrete Frage plötzlich selbst gestellt habe, weiß ich nicht. Möglicherweise aus dem unterbewussten Bedürfnis, einmal „etwas werden zu wollen“ und damit aus der alleinigen Wahrnehmung des außerfamiliären Umfelds „nur“ ein  „Menschen mit Behinderung“ zu sein, auszubrechen. So kann ich mir zumindest den Beginn meiner Leidenschaft für den Fußball herleiten – meine Entschlossenheit, diesen beruflichen Weg unbedingt gehen zu wollen, rührt aber, seitdem ich mich erinnern kann, einzig und allein an der Faszination für diese Sportart und nicht am Gedanken, auf irgendeine Art meine Behinderung kompensieren zu wollen.

 


"Wie wird man Fußballkommentator?"

In meinem Werdegang gab es dann aber, ungefähr sieben Jahre später, noch einen zweiten konkreten Gedanken von mir, an den ich mich mindestens ebenso gut erinnere. Um diesen Gedankengang wieder als Frage zu formulieren: „Wie kann ich, der weit und breit keinen Sportreporter persönlich kennt, denn bitte Fußballkommentator werden?“ Die Idee, diesen Job unbedingt einmal ausüben zu wollen, hat mich also in den ganzen Jahren zuvor nie mehr losgelassen. „Ich sag amal so“, – wie es Herbert Prohaska ausdrücken würde – das Naheliegendste, um diesem Ziel zumindest ein ganz kleines Stück näher zu kommen, war es, einen eigenen YouTube-Kanal zu gründen. Das habe ich dann auch gemacht. Woche für Woche habe ich aufwändig auf meinem kleinen Smartphone Fußball-Nachrichten-Videos produziert (die es nicht mehr gibt) – und es hat sich wirklich gelohnt! Jemand aus der Medienbranche wurde darauf aufmerksam und hat das für gut befunden. Die Folge daraus waren zwei tolle Schnuppertage beim ORF Steiermark an der Seite von Florian Prates, zwei Ferialpraktika im ORF-Landesstudio Steiermark, ein Ferialpraktikum in der Sportredaktion im ORF-Zentrum in Wien, ehrenamtliche Engagements für online- und freie Radios.

 


Das eine führte zum anderen

Es war ein bisschen wie eine Fügung: Eines führte zum anderen und gab mir die Möglichkeit, mich schon während der Schulzeit enorm weiterzuentwickeln. Das berufliche Glück legte jedoch nach meiner Matura eine etwas mühsame Pause ein. Anstatt ein Vollzeitstudium zu beginnen, wollte ich unbedingt sofort in die Arbeitswelt eintauchen, doch die relativ kleine steirische Medienwelt suchte zu dem Zeitpunkt nicht gerade händeringend nach jungen Mitarbeitern – zumindest kam mir das zunächst so vor. Nachdem ich mich nach unzähligen Initiativbewerbungen bei Medienhäusern schließlich auch für Jobs außerhalb des Journalismus beworben habe und auch da einige Monate lang keine positive Rückmeldung erhielt, ist in mir ein bisschen die Ahnung gewachsen, dass man als Rollstuhlfahrer nicht gerne am ersten Arbeitsmarkt gesehen ist.


Grundsätzlich ist zu sagen: Das ist de facto tatsächlich so – Menschen mit Behinderung

bekommen kaum Chancen, Jobs auf diesem Wege zu erhalten. 

 


Lösungsorientiertes Denken als Motor

Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf entschied ich mich dazu, mich als Journalist und Moderator selbstständig zu machen. Ich würde durchaus sagen, dass dieser Plan aufgegangen ist. Bis zum heutigen Tag durfte ich zahlreiche tolle Veranstaltungen in einzigartigen Locations moderieren und Beiträge für regionale Zeitungen verfassen.

 

Irgendwann klopfte dann auch wieder das Glück des Tüchtigen an und verschaffte mir einen neuen Job. Nach sechs Monaten als Callcenter-Mitarbeiter für ein Taxiunternehmen in Graz bin ich auf die Ausschreibung eines Traineeships beim ORF gestoßen. Das habe ich als Chance gesehen, um wieder die richtige berufliche Richtung auf dem Weg zu meinem Berufsziel einzuschlagen. Und wieder hat sich diese Entscheidung gelohnt: Ich habe den äußerst anspruchsvollen Bewerbungsprozess überstanden und anschließend ein Jahr lang in allen medialen Bereichen (TV, Radio, Online, Social Media) für den ORF gearbeitet – sowohl in der Steiermark, als auch in Wien. Als es im Landesstudio Steiermark nach Ablauf der Zeit keine Möglichkeit gegeben hat, mich als ausgebildeten Redakteur mit einem Anstellungsverhältnis weiterhin zu beschäftigen, habe ich schnell wieder vollen Mutes den Blick in Richtung Zukunft gerichtet. Das, was danach passiert ist, hat mir gezeigt: Alles hat auch seine guten Seiten. Denn seit 15. Februar übe ich meinen Traumjob des Fußballkommentators bei Sky Sport Austria aus.

 


Die Moral von der Geschicht'...

Für mich ist diese Geschichte in der retrospektive dahingehend beeindruckend, dass sie ganz deutlich aufzeigt: Lösungsorientiertes Denken in JEDER Situation, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Fleiß, Dankbarkeit und stets mit dem Herzen bei der Arbeit zu sein, lässt einen nicht nur in den meisten Fällen seine/ihre Ziele erreichen, sondern macht dich glücklich und zufrieden. In allen Lebensbereichen - ich freue mich auf das, was sich für mich noch zu auftut!



Fotos zu den meisten oben thematisierten Lebensphasen findest du auf meiner Website.

Aktuelles über mich erfährst du am besten auf meinen Social-Media-Accounts

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